Unentschieden vor 566 Zuschauern




Handball 2. Bundesliga Frauen

HC Leipzig – HSV Solingen-Gräfrath 25:25 (10:15)


Im Spitzenspiel der Zweiten Liga trennen sich der HC Leipzig und der HSV Solingen-Gräfrath leistungsgerecht 25:25.


Dieses Unentschieden war aus Leipziger Sicht vor allem das Ergebnis des Willens und der großen Moral. Wie schon beim Sieg in Mainz fiel auch heute das letzte entscheidende Tor Sekunden vor dem Ende. Lilli Röpcke tankt sich auf der linken Seite durch und trifft in Minute 59:47 zum 25:25.

Zuvor hatten eben Lilli Röpcke zum 23:25 (58. Minute) und Lara Seidel per Strafwurf zum 24:25 (59. Minute) die eigentlich beruhigende Gästeführung von 25:22 (57. Minute) minimiert.

Dabei war die Spezialistin für magische Momente, Julia Weise nicht dabei. Der kurzfristige krankheitsbedingte Ausfall der Linkshänderin war für unsere Mannschaft eine Schwächung. “Dank an die Mädels, die als Team in die Bresche gesprungen sind.”, fand HCL-Trainer Fabian Kunze lobende Wort für die Seinen.


Der Trainer monierte aber auch die zu schlechte 1. Halbzeit, “in der wir zu viele Ballverluste haben und zu viele Zeitstrafen bekommen.”

Das Zusammenspiel zwischen Torhüter und Abwehr besser in den Griff zu bekommen, war das Ziel unserer Mannschaft. Das hatte zu Beginn leider nicht geklappt. 0:3 nach fünf, 4:8 nach 15 Minuten und 6:11 in der 19. Minute. Tore werfen leicht gemacht. Trotz auch guter Abwehraktionen von Hanna Ferber-Rahnhöfer, Pauline Uhlmann und Sharleen Greschner, letztere auf Kosten zweier Zeitstrafen und damit früh im Spiel Rot gefährdet, konnten die Mängel bis zur Pause nicht abgestellt werden. Mit einem 10:15-Rückstand wurden die Seiten gewechselt.

Dass die zweite Halbzeit mit 15:10 gewonnen wurde, war der verdiente Lohn einer außergewöhnlichen Steigerung. “Die Mannschaft macht insgesamt große Schritte. Wir sind froh uns in der Tabelle oben festgesetzt zu haben.”, so Kunze.

Zwischen dem 18:18 in der 47. und dem 22:22 in der 52. Minute hatte der HCL fünf mal die Chance zur ersten eigenen Führung. Stattdessen warfen sich die Solinger nervenstark mit drei Toren in Front, bevor es zum spannenden Finale kam.


Gästetrainerin Kerstin Reckenthäler gestand: “Wir hätten gern mit einem Tor gewonnen. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr sehr gut gespielt und Leipzig nur 10 Tore ermöglicht. Das war stark. Ein Punkt in Leipzig ist immer ein Gewinn.

Vom Spielverlauf her ist es eher ein Punktverlust, aber insgesamt doch ein Punktgewinn. Schließlich hatten wir nur neun Feldspielerinnen dabei, weil uns heute sechs Feldspielerinnen verletzt oder krank fehlen, was wir mit mannschaftlicher Geschlossenheit kompensieren.”


Am Ende feierten die Sächsinnen den Punktgewinn vor 566 Zuschauern wie einen Sieg. Besonders glücklich war Sharleen Greschner, die das Spielende trotz zweier Zeitstrafen auf dem Feld erleben konnte. “In solchen Momenten denkt man schon darüber nach. Jetzt bloß keine weitere Strafe. Meine Devise war, alles geben, nicht hinten dranhängen und einfach weitermachen.” Was sogar in Unterzahl klappte.

HC Leipzig: Charley Zenner, Janine Fleischer; Pauline Uhlmann (2), Lara Seidel (5/4), Julia Redder (3), Joanna Rode, Jennifer Hofmann, Leonie Spott, Emely Theilig (6), Hanna Ferber-Rahnhöfer, Ivana Raickovic (2), Sharleen Juliette Greschner, Lotta Röpcke (1) Lilli Röpcke (6).

Trainer: Fabian Kunze


HSV Solingen-Gräfrath 76: Natascha Krückemeier, Katja Grewe, Senanur Gün; Carina Senel (3), Melina Fabisch, Pia Adams (5/2), Lara Karathanassis (4), Jule Polsz (5), Lina Seiffarth, Mandy Reinarz (3), Merit Müller (1), Franziska Penz (2), Vanessa Brandt (2).

Trainerin: Kerstin Reckenthäler


Siebenmeter: HCL 4/4; HSV 2/3

Strafminuten: HCL 12; HSV 8


Zuschauer: 566



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