TSV Nord Harrislee – HC Leipzig 27:29 (11:17)




Die Achterbahnfahrt des HC Leipzig in der 2. Bundesliga geht weiter. Nach der Talfahrt gegen Bremen sauste die arg dezimierte Mannschaft im fast 600 Kilometer entfernten Harrislee in die Höhe und gewann sensationell mit 29:27 (Halbzeit 17:11). Die Fans hatten es gewusst. Der 4. Advent ist HCL-Zeit. Eine schöne Tradition.

Ohne Acht (!), dafür mit nur neun Stamm- und fünf Spielerinnen aus dem Juniorinnenteam, die coronabedingt schon lange kein Spiel in der Oberliga bestreiten konnten, war die Aufgabe für die Unverwüstlichen und Cheftrainer Fabian Kunze eine Besondere.

Während anderenorts überraschend ein Spiel abgesagt wurde (Lintfort vs. Berlin), glaubten die HCL-Mädels ihrerseits an ein Wunder. Leidenschaftlich kämpfend, haben sie mit großer Moral gefightet und mit Glück am Ende beide Punkte nach Sachsen entführt.

Kein Spiel für schwache Nerven. Die 265 Zuschauer, darunter 25 Leipziger sahen eine umkämpfte 1. Halbzeit, an deren Ende die Gäste schon mit sechs Toren führten. Dank der sehr guten Deckungsarbeit, unterstützt von Annabell Krüger im Tor und einer sehr treffsicheren Wiebke Meyer (7 Tore), untermauerten die HCL-Juniorinnen (Durchschnittsalter 18,5 Jahre) ihre Absicht zu punkten.

Nachdem logischerweise die Kräfte nachließen, kämpfte sich Harrislee nach dem Seitenwechsel schrittweise heran, Anschluss in der 40. (19:20), Ausgleich 41. (20:20) und erste Führung in der 42. Minute (21:20).

Nach wechselnder Führung bog die Partie auf die dramatische Zielgeraden. 26:26/57:18, 26:27/58:13, 27:27/58:56, 27:28/59:45. Annabell Krüger, die in der Schlussphase wieder wichtige Bälle hält, macht mit ihrem Treffer nach 59:59 den Deckel drauf.


Im hohen Norden zahlte sich bereits die herausragende Nachwuchsarbeit des HCL aus. Die jungen Spielerinnen sind ein Versprechen auf die Zukunft. Es war eine tolle Teamleistung. Bemerkenswert vor allem der Zusammenhalt. Jede erfolgreiche Aktion wurde von der Bank frenetisch gefeiert.

In den kommenden Weihnachtsfeiertagen sollen sich alle entspannen und Kraft tanken. Da in der Achterbahn 2. Bundesliga keine Loopings vorkommen braucht jetzt niemand Kopf stehen. Der nächste Gegner Berlin hat es in sich, aber kein vorweihnachtliches Erfolgserlebnis. Auf dem Wunschzettel von Trainer Fabian Kunze steht bestimmt Kontinuität.

TSV Nord Harrislee: Lea Tiedemann, Sophie Fasold; Catharina Sophie Volquardsen 3, Matilda Pleger 3, Jane Andresen 5, Ronja Antonia Lauf 3, Marit Albers, Johanna Andresen 2, Maresa Groth 2, Madita Karlotta Jeß 7, Lara Fischer, Stine Jansen 1, Hanna Klingenberg, Tabea Schleemann 1.

HC Leipzig: Annabell Krüger 1, Larissa Vogt; Pauline Uhlmann 6/2, Lara Seidel 3/1, Jenny Illge, Isabel Ockernahl, Swantje Müller, Ronja Gühlcke, Sharleen Greschner 4, Emily Glimm 3, Tyra Bessert 2, Lotta Röpcke 3, Wiebke Meyer 7.


Siebenmeter: TSV 2/3; HCL 3/7

Strafminuten: TSV 2; HCL 4

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