HC Leipzig – SV Werder Bremen 19:27 (8:13)



Nein, das war nicht die erhoffte Fortsetzung des Aufwärtstrends der letzten zwei Wochen und es war auch kein Schwung aus dem Prestige trächtigen Gewinn der Schüler-WM durch die Gymnasiastinnen zu erkennen.

Dass die Schülerinnen diesen Schwung hätten entfalten können, war nach der kraftraubenden Woche mit 5 Spielen in 7 Tagen auf schwerem Geläuf ohnehin nicht zu erwarten.

Aber was war mit den Etablierten los? Warum kam von weiten Teilen der Mannschaft so wenig? Fragen über Fragen, die schnellstens beantwortet werden müssen. Ein weiter so kann es nach diesem enttäuschenden Auftritt auf keinen Fall geben.

Nach zerfahrenem Beginn mit einer inflationären Zahl an technischen Fehlern auf beiden Seiten, wobei Bremen zu diesem Zeitpunkt bei Zuspielfehlern klar 4:1 vorn lag, entwickelte sich ein für die 2. Liga unwürdiges Handballspiel. Geprägt von vielen einfachen Fehlern und überhasteten Torwürfen kamen vor allem die Sächsinnen nicht ins Spiel. Unerklärlich, warum die Würfe immer ins Zentrum oder direkt auf die Hüterin kamen, wo doch das Tor vier Ecken hat. Der SV Werder nahm die Gastgeschenke gern entgegen und führte in der 10. Minute bereits 7:3. Einen möglichen höheren Rückstand verhinderte Annabell Krüger, die mehrfach großartig parierte.

Die schlechte Wurfquote vermasselte dem HCL den Matchplan und bescherte den abstiegsbedrohten Gästen ein in dieser Höhe nicht erwartetes vorweihnachtliches Erfolgserlebnis.

Trainer Robert Nijdam (SVW) resümierte in der PK: „Nach der komplizierten Vorbereitung in der Woche mit nur vier Spielerinnen und zwei Torhüterinnen im Training, unterbrochen durch das Mittwochspiel, bin ich überglücklich über den Sieg und die hervorragende Leistung meiner Mannschaft.“ Tatsächlich hatten sich seine Mädels sehr gut auf die Leipziger Spielerinnen eingestellt. Sie unterbanden das sonst so gefürchtete Spiel über den Kreis und standen den Aufbauspielerinnen permanent und wirkungsvoll auf den Füßen. Wenn doch mal ein Wurf die Abwehr passierte, war Torhüterin Victoria Nigbur mit tollen Reflexen und starker Fußabwehr zur Stelle. Diese Abwehrstärke war der Grundstein für den Erfolg.

Leipzigs Coach Fabian Kunze erkannte den verdienten Gästesieg an und beklagte das kollektive Versagen seiner Schützlinge vor allem im Angriff. „Da können wir fast froh sein, dass keine Zuschauer anwesend waren.“ Im letzten Spiel des Jahres an der dänischen Grenze gegen den TSV Nord Harrislee muss der HCL wieder sein wahres Gesicht zeigen. „Ich hoffe auf eine deutliche Reaktion meiner Mannschaft“, so Kunze.


HCL: Annabell Krüger, Larissa Voigt; Pauline Uhlmann 1, Lara Seidel 3, Julia Weise 1, Sharleen Greschner, Emily Glimm 1, Tyra Bessert, Lotta Röpcke 1, Christin Conrad 1, Jacqueline Hummel 3, Stefanie Hummel 5, Wiebke Meyer 2, Jenny Illge 1.


SV Werder Bremen: Danique Trooster, Victoria Nigbur; Melissa Steinhoff, Nina Engel 8, Lena Thomas 5, Alina Otto 2, Meike Becker, Denise Engelke 8/4, Mathilda Haberle, Jenice Funke 1, Alina Defayay 1, Elaine Rode 2.


Siebenmeter

HCL 0/2; SVW 4/6


Strafminuten

HCL 4: SVW 4

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